Mittwoch, 13. August 2014

Das Wunder von Kunersdorf



 Schlacht bei Kunersdorf (Historiengemälde)

Ich verkündige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg. In der Zeit, da der Feind die Oder überschritten hatte und eine zweite Schlacht hätte wagen und den Krieg beendigen können, ist er von Müllrose nach Lieberose marschiert.“ (Friedrich der Grosse in einem Brief an seinen Bruder Heinrich)



Im Jahre 1759, im vierten Jahre des siebenjährigen Krieges zwischen Preussen und dem Hause Habsburg, war er bei Kunersdorff zu einer unnötigen und heftigen Niederlage der Preussen gekommen. Entgegen den Rat seiner Generäle und trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit hatte Friedrich der Grosse am Abend eines Unentschieden verlaufenen Kampftages zum entscheidenden Angriff blasen lassen.



Seine Armee wurde vernichtend geschlagen, Friedrich selber entging nur knapp dem Tode. Zwei Pferde wurden unter ihm weggeschossen und eine kleine goldene Tabakdose verhinderte das Eindringen einer Kugel in sein Herz. Zuletzt bewahrte ihn das heldenhafte Eingreifen des Rittmeisters von Prittwitz vor der Gefangennahme. Es war als ob Jemand eine schützende Hand über ihn gehalten hätte.



Aber was nütze es, wenn er überlebt, aber seine Erzfeindin Maria Theresia über ihn triumphiert hatte. Er fiel in tiefe Depressionen und beschloss seinem Leben ein Ende zu setzen. In seinem Testament verfügte er, dass sein Bruder Heinrich und ein General Finck die Heeresleitung übernehmen sollte. Wobei es ein wirkliches Heer gar nicht mehr gab. Nur noch "Restbestände" vorhanden waren.



Nach vier Tagen allerdings änderte er seine Meinung wieder, den das befürchtete Nachsetzen des österreichisch-russischen Heeres war ausgeblieben. Aus unerfindlichen Gründen waren sich die österreichischen und russischen Generäle uneinig über das weitere Vorgehen, mit dem Ergebnis, dass beide Armeen sich zurückzogen und diese Riesenchance ungenutzt ließen.



Dies erinnert sehr an das völlig unverständliche Zögern Hannibals nach einem entscheidenden Sieg gegen eine römische Armee. Der Weg nach Rom war frei, aber Hannibal ließ diese Chance ungenutzt. Die Römer formierten unter Scipio den Jüngeren eine neue und schlagkräftige Truppe, und schlugen Hannibal in Karthago schließlich vernichtend.



Das Friedrich der Grosse und Preußen allerdings den siebenjährigen Krieg überstanden, bedurfte noch eines zweiten Wunders. Zwar hatte auch nach der Niederlage zu Kunersdorf ein neues Heer gebildet werden können, aber 1762 schien eine endgültige Niederlage unvermeidlich. Da starb überraschend Katharina die Grosse und ihr Nachfolger Zar Perter III, ein Bewunderer Friedrichs, bot einen Friedensvertrag an. Damit hatte Österreich seinen wichtigsten Verbündeten verloren und bot ebenfalls Friedensverhandlungen an.



Einige werden behaupteten, dass Friedrich der Grosse einfach "Glück" gehabt hat. Ich denke, dass lediglich der Wille des großen WELTENLENKERS erfüllt hat. Was ER wollte, ist am Ende zustande gekommen. Preussens Weg zu einer europäischen Grossmacht stand nun nichts mehr im Wege.

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